Wärme verlässt ein Gebäude dort, wo die Hülle schwach ist. Man sieht es nicht, man merkt es an der Heizkostenabrechnung und an kalten Innenecken, an denen sich Schimmel bildet. Die Bauthermografie macht diese Schwachstellen sichtbar, ohne dass ein einziger Putz aufgestemmt werden muss. Mit einer Infrarotkamera erfasse ich die Oberflächentemperaturen der Bauteile und stelle sie als farbcodiertes Wärmebild dar. Als DEKRA-zertifizierter Bausachverständiger mit Büro in 95448 Bayreuth führe ich Thermografie-Untersuchungen für Amberg und die Oberpfalz durch.
Für Amberg ist das Verfahren besonders aufschlussreich, weil hier sehr unterschiedliche Bauepochen nebeneinander stehen. Innerhalb des mittelalterlichen Mauerrings steht Originalsubstanz, die den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstanden hat. Außerhalb prägen Werkssiedlungen der Eisenindustrie, Zeilenbauten der Nachkriegsjahrzehnte und Neubaugebiete das Bild. Jede dieser Epochen hat ihre eigenen thermischen Schwachstellen, und jede verlangt eine andere Bewertung des Befunds.
Wie die Bauthermografie funktioniert
Jede Oberfläche gibt entsprechend ihrer Temperatur Infrarotstrahlung ab. Die Kamera misst diese Strahlung und rechnet sie in ein Temperaturbild um. Warme Bereiche erscheinen in Rot- und Gelbtönen, kalte in Blau. An der Außenwand bedeutet ein warmer Bereich, dass dort Wärme aus dem Gebäude entweicht. An der Innenwand ist es umgekehrt: Ein kalter Bereich zeigt, wo Wärme verloren geht und wo Tauwasser und damit Schimmel entstehen kann.
Die Aussagekraft steht und fällt mit den Randbedingungen. Nötig ist eine Temperaturdifferenz zwischen innen und außen von mindestens 15 Grad, ein möglichst bedeckter Himmel oder eine Aufnahme nach Sonnenuntergang, wenig Wind und kein Niederschlag. Direkte Sonneneinstrahlung erwärmt die Fassade und verfälscht das Bild vollständig. Für Amberg liegt das brauchbare Zeitfenster deshalb zwischen November und März, mit den besten Bedingungen in klaren, kalten Nächten der Monate Dezember bis Februar. Vor dem Termin bitte ich Sie, das Gebäude über mindestens zwölf Stunden gleichmäßig zu beheizen. Alles andere führt zu hübschen Bildern ohne Beweiswert.
Was sich damit finden lässt
- Wärmebrücken an Balkonplatten, Geschossdecken, Fensterstürzen und Rollladenkästen
- Fehlende, verrutschte oder durchfeuchtete Dämmung in Wänden, Dächern und Kellerdecken
- Undichte Anschlüsse an Fenstern, Türen, Dachflächenfenstern und Durchdringungen
- Heizkörpernischen mit verringerter Wandstärke
- Durchfeuchtete Bauteile, die durch Verdunstungskälte kühler erscheinen
- Verlauf und Leckagen von Fußbodenheizungen und Warmwasserleitungen im Estrich
- Bei Fachwerkbauten der Verlauf der Holzkonstruktion unter dem Putz
Typische Befunde an Amberger Gebäuden
Historische Bauten innerhalb des Mauerrings
Die Bürgerhäuser der Altstadt bestehen aus massivem Bruchstein- und Sandsteinmauerwerk in Kalkmörtel, häufig mit verputztem Fachwerk in den Obergeschossen und Gewölbekellern darunter. Wärmetechnisch sind das schwere, träge Konstruktionen. Sie speichern viel Wärme, lassen aber auch viel entweichen. Weil die Fassaden zum denkmalgeschützten Ensemble gehören, scheidet eine Außendämmung in aller Regel aus. Bleibt die Innendämmung, und die ist bauphysikalisch heikel.
Die Thermografie zeigt hier zuverlässig, wo die Balkenköpfe der Holzbalkendecken in der Außenwand liegen, wo Fachwerkgefache dünner sind als das umgebende Mauerwerk und wo eine bereits ausgeführte Innendämmung an den Anschlüssen unterbrochen ist. Genau an diesen Stellen sammelt sich Tauwasser in der Konstruktion. Ich verbinde die Aufnahmen deshalb regelmäßig mit einer Feuchtemessung, bevor eine Innendämmung geplant wird. Ohne diese Vorarbeit wird aus einer Energiesparmaßnahme ein Fäulnisschaden an den Deckenauflagern.
Werkssiedlungen und Nachkriegsbauten
Rund um die Luitpoldhöhe stehen Wohnhäuser aus der Zeit der Eisenindustrie: Ziegelmauerwerk in Kalkmörtel, Holzbalkendecken, Satteldächer. Am Bergsteig und in den anderen Randlagen dominieren Geschosswohnungs- und Zeilenbauten der 1950er bis 1970er Jahre. Diese Gebäude wurden vor jeder Wärmeschutzverordnung errichtet. Typisch sind einschalige Außenwände ohne Dämmung, auskragende Betonbalkone, die als durchgehende Wärmebrücke wirken, ungedämmte Betonstürze, Rollladenkästen aus Holz mit wenigen Zentimetern Restquerschnitt und Fenster mit Rahmen aus Metall oder frühem Kunststoff.
Im Wärmebild sieht man das sofort: Der Balkon zeichnet sich als leuchtender Streifen an der Fassade ab, die Deckenanschlüsse zeigen sich als horizontale Linien, die Sturzbereiche über den Fenstern als helle Balken. Diese Befunde sind die Grundlage jeder sinnvollen Sanierungsplanung, weil sie zeigen, an welcher Stelle eine Maßnahme wirklich etwas bringt und wo Geld ohne Wirkung verbaut würde.
Neubauten und Fertighäuser
In den Neubaugebieten in Ammersricht, Krumbach oder Karmensölden ist die Thermografie ein Kontrollinstrument. Sie zeigt, ob das, was auf dem Papier gerechnet wurde, auf der Baustelle auch gebaut wurde. Häufige Befunde sind unterbrochene Dämmebenen am Rollladenkasten, Dämmlücken in der Dachschräge zwischen den Sparren, Fensteranschlüsse ohne durchgehende Dichtebene und nicht sauber verklebte Dampfbremsen an den Durchdringungen. Vor der Abnahme sind das Mängel, die die Baufirma beseitigen muss. Nach Ablauf der Gewährleistung sind es Ihre Kosten. Deshalb gehört die Thermografie in die Bauabnahme und nicht in das dritte Jahr nach dem Einzug.
Thermografie und Luftdichtheit gehören zusammen
Eine Wärmebrücke ist eine konstruktive Schwachstelle, eine Leckage ist ein Loch in der Luftdichtheitsebene. Beides führt zu Wärmeverlust, aber die Ursachen und die Abhilfe sind verschieden. Deshalb kombiniere ich die Thermografie bei Bedarf mit einer Luftdichtheitsmessung nach dem Blower-Door-Verfahren. Wird im Gebäude ein Unterdruck erzeugt, strömt kalte Außenluft durch jede Undichtigkeit ein und zeichnet sich im Innenthermogramm als kalte Fahne ab. So lässt sich sauber trennen, was gedämmt und was abgedichtet werden muss.
Thermografie vor dem Immobilienkauf
Der Energieausweis sagt Ihnen, was ein Gebäude rechnerisch verbraucht oder verbraucht hat. Er sagt Ihnen nicht, wo die Schwachstellen sitzen. Genau das leistet die Thermografie. Bei einem Kauf für Amberg liefert sie in wenigen Stunden eine belastbare Aussage darüber, ob die Dämmung des Dachs tatsächlich durchgehend ist, ob die Fenster einschließlich der Anschlüsse dicht sind, ob eine bereits ausgeführte Fassadendämmung an Balkonen und Stürzen konsequent geführt wurde und ob es Bereiche mit erhöhtem Schimmelrisiko gibt.
Für Ihre Verhandlung ist das ein handfestes Argument, weil Sie nicht über Vermutungen sprechen, sondern über dokumentierte Befunde. Nach der Unterschrift ist diese Möglichkeit weg, denn beim Kauf gebrauchter Immobilien wird die Haftung des Verkäufers in aller Regel vertraglich ausgeschlossen. Ich binde die Thermografie deshalb, wenn die Jahreszeit es zulässt, in die Hauskaufberatung ein.
Leckortung und Fußbodenheizung
Neben der energetischen Bewertung nutze ich die Infrarotkamera zur Ortung. Warmwasser- und Heizungsleitungen zeichnen sich im Estrich als warme Linien ab. Weicht der Verlauf vom Erwarteten ab oder zeigt sich eine großflächige warme Zone, ist das ein Hinweis auf eine Leckage. Auch der Verlauf einer Fußbodenheizung lässt sich so darstellen, bevor irgendwo gebohrt wird. Das ist besonders dann hilfreich, wenn Pläne fehlen, was in Bestandsgebäuden der Normalfall ist. Für die abschließende Bewertung eines Wasseraustritts kombiniere ich die Aufnahme mit einer Feuchtemessung, siehe dazu die Seite Wasserschaden.
Ablauf einer Thermografie für Amberg
Zuerst klären wir Anlass und Ziel: energetische Bestandsaufnahme, Kontrolle nach einer Sanierung, Mängelnachweis am Neubau, Prüfung vor einem Kauf oder die Suche nach einer Leckage in der Fußbodenheizung. Danach prüfe ich die Wettertauglichkeit des Termins. Vor Ort nehme ich systematisch alle Fassaden auf und ergänze die kritischen Innenbereiche, insbesondere Raumecken, Fensteranschlüsse und Bereiche mit bekanntem Schimmelbefall. Im Anschluss erhalten Sie einen Bericht, in dem jedes Thermogramm mit dem zugehörigen Foto, den Randbedingungen der Messung, der Bewertung des Befunds und einer Handlungsempfehlung versehen ist.
Der Bericht bleibt herstellerneutral. Er sagt Ihnen, wo die Schwachstelle sitzt und welcher konstruktive Grundsatz bei der Behebung einzuhalten ist, er verkauft Ihnen kein bestimmtes Dämmsystem. Was das kostet, steht auf der Seite Kosten, einen Termin vereinbaren Sie über die Kontaktseite.
Grenzen des Verfahrens
Ehrlichkeit gehört dazu: Die Thermografie zeigt Oberflächentemperaturen, nicht Dämmstoffdicken. Sie kann nicht durch Wände hindurchsehen, sie liefert keine U-Werte und sie ersetzt keine Bauteilöffnung, wenn ein Aufbau strittig ist. Auch reflektierende Oberflächen wie Glas, Metall und nasse Fassaden liefern keine belastbaren Werte. Ein seriöser Bericht benennt diese Grenzen. Wer Ihnen aus einem einzelnen Wärmebild eine komplette Sanierungsempfehlung ableitet, arbeitet nicht sorgfältig.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Bauthermografie für Amberg?
In der Heizperiode zwischen November und März, idealerweise in einer klaren, kalten Nacht der Monate Dezember bis Februar. Nötig ist ein Temperaturunterschied von mindestens 15 Grad zwischen innen und außen. Direkte Sonneneinstrahlung, starker Wind und Regen verfälschen das Ergebnis, deshalb wird meist nach Sonnenuntergang oder in den frühen Morgenstunden gemessen.
Muss ich das Haus vor dem Termin besonders heizen?
Ja. Das Gebäude sollte mindestens zwölf Stunden vor der Aufnahme gleichmäßig beheizt sein, damit sich stabile Verhältnisse einstellen. Rollläden bleiben offen, Möbel sollten von den zu prüfenden Außenwänden abgerückt werden. Ich stimme diese Vorbereitung vorab mit Ihnen ab.
Kann die Thermografie Feuchte im Mauerwerk erkennen?
Sie liefert deutliche Hinweise. Feuchte Bauteile kühlen durch Verdunstung ab und erscheinen im Wärmebild kälter als ihre Umgebung. Für eine belastbare Aussage kombiniere ich die Aufnahme jedoch mit einer Feuchtemessung, weil eine kalte Stelle auch eine Wärmebrücke oder eine Leckage sein kann.
Lohnt sich eine Thermografie bei einem Altstadthaus für Amberg?
Gerade dort. Weil die Fassaden zum denkmalgeschützten Ensemble gehören, kommt meist nur eine Innendämmung infrage, und die ist bauphysikalisch anspruchsvoll. Die Thermografie zeigt vorab, wo Balkenköpfe in der Außenwand liegen und wo bereits Tauwasserrisiken bestehen. Das ist die Grundlage, um eine Innendämmung schadenfrei zu planen.
Ist die Thermografie beim Neubau sinnvoll?
Ja, und zwar vor der Abnahme. Sie zeigt, ob die geplante Dämmebene tatsächlich durchgehend ausgeführt wurde und ob die Anschlüsse an Fenstern, Rollladenkästen und Dachschrägen dicht sind. Vor der Abnahme sind solche Feststellungen Mängel, die die Baufirma beseitigen muss.
Welche Grenzen hat eine Bauthermografie?
Sie misst Oberflächentemperaturen und keine Dämmstoffdicken, sie liefert keine U-Werte und sie kann nicht in Bauteile hineinsehen. Glas, Metall und nasse Fassaden reflektieren und liefern keine brauchbaren Werte. Ein seriöser Bericht benennt diese Grenzen und ergänzt die Aufnahmen dort, wo nötig, durch Messungen oder eine Bauteilöffnung.